FF Gallsbach-Dachsberg zur Übersicht
Am Vormittag des 23. Oktober 2026 heulten in Prambachkirchen und Umgebung kurz die Sirenen. Das Übungsszenario hatte es in sich: Brandausbruch im Chemielabor des Gymnasiums Dachsberg, starke Rauchentwicklung im Schlossgebäude und 17 vermisste Personen. Gemeinsam mit 13 weiteren Feuerwehren, dem Roten Kreuz und der Polizei stellten wir uns dieser anspruchsvollen Übung.
Da eine Räumungsübung für Schulen gesetzlich vorgeschrieben ist, arbeiteten wir im Vorfeld gemeinsam mit dem ÖRK und Vertretern der Schulleitung eine realitätsnahe Großübung aus. Die Dimensionen vor Ort sind enorm: Zu Schulzeiten halten sich rund 1.000 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte im Gebäude auf.
Von der Alarmierung bis zur Alarmstufe 3
Während die Polizei die Evakuierung der rund 1.000 Personen absicherte, begab sich unser Einsatzleiter gemeinsam mit den Brandschutzbeauftragten der Schule auf Erkundung. Rasch zeigte sich die Brisanz der Lage: Im 3. Obergeschoss – direkt über dem Brandherd – waren mehrere Schüler durch die dichte Rauchentwicklung eingeschlossen und machten am Fenster auf sich aufmerksam.
Um sofort genügend Atemschutzträger für die Menschenrettung bereitzustellen und eine stabile Löschwasserversorgung aufzubauen, entschloss sich der Einsatzleiter, auf Alarmstufe 3 zu erhöhen.
Strukturierter Einsatz in 4 Abschnitten
Zur koordinierten Abwicklung des Großereignisses teilten wir die Kräfte vor Ort in vier Abschnitte auf:
Insgesamt 17 abgängige Personen wurden von den Atemschutztrupps mittels Fluchthauben oder über die Drehleiter erfolgreich aus dem Schloss gerettet und zur medizinischen Erstversorgung an das Rote Kreuz übergeben. Um 12:30 Uhr konnte die Übung schließlich erfolgreich beendet werden.
Fazit und Herausforderungen
Für alle beteiligten Einsatzkräften war diese Übung eine wertvolle Gelegenheit, um die Einsatztauglichkeit bei extremen Rahmenbedingungen zu testen. Die besonderen Herausforderungen lagen in der ersten Phase beim Umgang mit den rund 1.000 evakuierten Personen, der Orientierung im komplexen und weitläufigen Schulgebäude sowie in der Logistik rund um die Löschwasserversorgung. Die hervorragende Zusammenarbeit mit den Nachbarfeuerwehren und den anderen Blaulichtorganisationen hat bestens funktioniert.
Einsatzstatistik Gesamt:
Wir bedanken uns bei allen Kameradinnen und Kameraden der mitalarmierten Feuerwehren, dem Roten Kreuz, der Polizei sowie der Schulleitung und den disziplinierten Schülerinnen und Schülern für diese gelungene gemeinsame Übung!